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Zum Chemieverfahrenstechniker zählt auf alle Fälle
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das Chargieren, also das Rohstoff einführen in den Kreislauf.
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Dann auch das Anlagenfahren, das Abfüllen.
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Am meisten verantwortlich fühlt man sich
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für die Kunden, dass man ordentliche Qualität abliefert.
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Weil schließlich sind wir ja ein Pharma-Betrieb und die Qualität muss stimmen,
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damit die Patienten ordnungsgemäß versorgt werden können.
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Da muss man Verantwortung übernehmen und das gut produzieren können.
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Wenn man schon Vorkenntnisse hat in Chemie, Physik, dergleichen,
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hat man es in der Berufsschule gleich viel leichter.
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Man kennt sich auch gleich im Betrieb mehr aus.
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Im Gymnasium habe ich so ein Forscher-Natur-Modul gehabt.
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Da habe ich schon sehr viel mit Chemie getan.
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Dann in der HTL, das hat mir immer sehr gefallen.
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Ich habe darüber nachgedacht, nach der Lehre die Meisterprüfung zu machen.
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Worauf man sich gefasst machen muss, ist wenn man -
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so, wie es bei uns ist -
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ins zweite Lehrjahr kommt auf der Schicht,
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dass man das mit den Arbeitszeiten gut meistert.
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Man muss schon sehr bald aufstehen für die Frühschicht.
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Aber sonst -
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vielleicht muss man sich daran gewöhnen, dass man den ganzen Tag den Helm trägt.
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Aber sonst eigentlich nicht.
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Mich hat Chemie immer schon interessiert
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und ich wollte es nicht nur am Blatt Papier sehen,
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sondern wollte es auch draußen in den Anlagen sehen.
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Zuerst habe ich im Gymnasium 4 Jahre die Unterstufe fertig gemacht.
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Dann habe ich 2 Jahre in der Chemie-HTL in Wels gemacht.
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Habe dann abgebrochen und herinnen eine Lehre angefangen.
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Ich habe einfach noch nicht Geduld genug gehabt, bis nach der HTL abzuwarten.
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Du musst nicht nur das Oberflächliche, was du am Blatt Papier lernst, verstehen,
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sondern du musst auch weiter hinausdenken.
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Zum Beispiel wenn wir Reaktion fahren, musst du nicht nur wissen, was die Reaktion ist,
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sondern was passiert im nächsten Schritt? Und was hast du im Schritt davor gemacht?
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Ich tue gerne Probe ziehen,
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weil ich das einfach interessant finde, wenn das vom großen Reaktor
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in so ein kleines Probeglas kommt.
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Und ich finde das auch immer ganz interessant, welche Farbexplosionen dann meistens sind.
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Die verschiedenen Farbpaletten.
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Ich mache gerade Lehre mit Matura.
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Nach der Lehre möchte ich endgültig die Matura abschließen.
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Ich habe mich schon für den Werkmeister angemeldet.
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Den möchte ich auch durchziehen.
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Und mein endgültiger Plan wird es irgendwann einmal, erste Schichtmeisterin zu sein.
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Verfahrenstechnik hat ein bisschen was
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von der Richtung Maschinenbau,
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weil wir viele technische Apparate
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bedienen und verstehen können müssen.
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Da hat einfach jeder Apparat seine Erfordernisse.
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Von dem her ist es gut, wenn man physikalische Zusammenhänge erkennen kann.
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Wann wird was gasförmig?
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Welche Stoffe verdampfen leicht?
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Welche Stoffe fließen leichter?
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Wie verhalten sich Pulver?
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Gibt es da Brückenbildung? Was auch immer.
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Gerade wenn man naturwissenschaftliches Interesse gezeigt hat
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und sich da schon von der Schule her einiges angeeignet hat,
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dann ist man da immer schneller und besser unterwegs.
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Mathematik ist natürlich auch ein Teil der Chemie.
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Weil man ja in Chemie Stöchiometrie hat - das ist Chemisches Rechnen.
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Und Chemisches Rechnen sollte man zumindest bis zu einem gewissen Grad
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bei uns in den Betrieben kennen und können.
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Grundsätzlich wie wir von Thermo Fisher pharmazeutische Industrie,
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wo wir einfach Wirkstoffe produzieren,
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gibt es natürlich auch auf der biologischen Seite.
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Dann gibt es aber auch nicht nur pharmazeutische Produkte,
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sondern auch mehr Basis-Chemikalien.
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Wo man sagt, es geht mehr in Richtung Düngemittelproduktion.
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Kunststoffe ist ein riesiges Thema natürlich in den letzten Jahren.
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Da gibt es zwar auch den Kunststofftechniker,
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aber trotzdem in der Kunststoffindustrie
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braucht man immer wieder auch Verfahrenstechniker,
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die die Anlagen betreiben, die Kunststoffe herzustellen.
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Teilweise auch eben für Extrusion
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und in der Lebensmittelindustrie.
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Teilweise Mühlen werden heute auch schon sehr automatisiert.
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Von dem her sind die Fähigkeiten, die man sich bei uns aneignen kann,
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mit viel Automatisierung, mit vielen Messsystemen
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eigentlich spannend für alle hochtechnisierten Betriebe.
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Wir sehen es tagtäglich,
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dass wir viele Chemieverfahrenstechniker einstellen möchten, die es aber nicht gibt.
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Wir haben da auch teilweise Programme, wo man im zweiten Bildungsweg,
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dass wir das anbieten können, dass Leasing-Mitarbeiter
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Umschulungen machen mit teilweise externen Unternehmen,
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dass die im zweiten Bildungsweg dann den Chemieverfahrenstechniker machen.
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Ich habe selbst Chemieverfahrenstechniker gelernt
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und ich habe es immer sehr spannend gefunden.
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Man hat sehr viel mit Apparaten zu tun.
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Man kann sich mit sehr großen Prozessen auseinandersetzen.
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Auch in anderen Betrieben gibt es riesige Pumpen, riesige Behälter.
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Bei uns ist es mehr die Komplexität und die vielen Produkte.
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Es ist immer spannend. Es ist immer abwechslungsreich.
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Wenn man sich mal in das Thema der Chemischen Industrie verliebt hat,
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dann kann man eigentlich fast nicht mehr woanders arbeiten.